Was fressen Kühe? 7 Futtermittel einfach erklärt

Was fressen Kühe? 7 Futtermittel einfach erklärt

// LILLI

Was fressen Kühe eigentlich genau – und reicht die Weide wirklich aus? Kühe sind reine Wiederkäuer, deren Verdauung auf faserreiches Grünzeug ausgelegt ist. Damit deine Tiere gesund bleiben und ihre volle Leistung bringen, kommt es auf die richtige Mischung an. Hier erfährst du, welche Futtermittel auf den Speiseplan gehören und findest das passende Rinderfutter für jede Situation.

INHALT //
  1. Was fressen Kühe? Ein Überblick
  2. Grundfutter: die Basis der Ration
  3. Kraft- und Saftfutter für Energie
  4. Mineral- und Ergänzungsfutter
  5. So arbeitet der Pansen der Kuh
  6. Fütterung im Sommer und Winter
  7. Häufige Fragen zur Kuh-Fütterung

Was fressen Kühe? Ein Überblick

Eine Kuh ist ein reiner Pflanzenfresser und frisst auf einer guten Weide weit mehr als nur Gras: Klee, Kräuter und junge Triebe gehören ebenso dazu. Entscheidend ist die Faserstruktur – nur mit genügend Rohfaser kann die Kuh richtig wiederkäuen und ihren Pansen gesund halten. In der Praxis stellst du die tägliche Ration aus mehreren Bausteinen zusammen, die sich nach Alter, Milchleistung und Trächtigkeit richten.

Rinderherde frisst am Fressgitter im Stall

Von der Weide bis zum Trog

Auf der Weide nimmt die Kuh Futter selbst auf, im Stall bekommt sie eine ausgewogene Mischration vorgelegt. Beides folgt demselben Ziel: den Pansen gleichmäßig mit Fasern und Energie zu versorgen. Je hochwertiger dein Grundfutter, desto weniger musst du zufüttern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Fasern zuerst: Raufutter ist die Grundlage jeder Ration und hält den Pansen stabil.
  • Energie mit Maß: Kraftfutter ergänzt, ersetzt aber nie das Grundfutter.
  • Langsam umstellen: Futterwechsel immer über mehrere Tage, nie abrupt.
  • Wasser ist Pflicht: ohne reichlich frisches Wasser sinken Fressverhalten und Milchleistung sofort.

Grundfutter: die Basis der Ration

Das Grundfutter erzeugen die meisten Betriebe selbst und bildet den mengenmäßig größten Teil des Speiseplans. Es ist faserreich, sättigt und regt das Wiederkäuen an. Diese sieben Futtermittel gehören in eine durchdachte Kuh-Ration:

  • Gras & Weidepflanzen: frisches, junges Grün mit Klee und Kräutern – das natürlichste Futter.
  • Heu: getrocknetes Gras, strukturreich und lange lagerfähig.
  • Gras- und Maissilage: vergorenes Futter, das Energie und Fasern über den Winter sichert.
  • Stroh: reine Rohfaser, ideal zum Strecken energiereicher Rationen.
  • Saftfutter: Futterrüben, Kartoffeln und Zuckerrübenschnitzel liefern Feuchtigkeit und Energie.
  • Kraftfutter: Getreide und Ölschrote als konzentrierte Energiequelle.
  • Mineral- & Ergänzungsfutter: gezielte Versorgung mit Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen.

Wie viel wovon in den Trog kommt, hängt vom Tier ab. Hochwertige Rinderfutter-Mischungen und passende Einzelfuttermittel bilden dafür die Grundlage – diese fertigen Mischungen nehmen dir die Rationsgestaltung ab:

Leimüller Milchviehfutter Kraftfutter für Kühe

Leimüller Milchviehfutter 25 kg

Leimüller Rindermastfutter Kraftfutter

Leimüller Rindermastfutter 25 kg

Leimüller Luzernepellets als Raufutter

Leimüller Luzernepellets 25 kg

Kraft- und Saftfutter für Energie

Kraftfutter liefert leicht verdauliche Kohlenhydrate und Proteine. Typisch sind Mais, Gerste, Weizenkleie, Erbsen sowie Raps- oder Sojaschrot. Es steigert die Energiedichte der Ration und unterstützt so die Milchleistung. Wichtig: Kraftfutter ist eine Ergänzung – zu große Mengen bringen den Pansen aus dem Gleichgewicht. Die passende Auswahl findest du in der Kategorie Kraftfutter Rind.

Warum die Dosis entscheidet

Steigt der Kraftfutteranteil zu schnell, sinkt der pH-Wert im Pansen und es droht eine Pansenübersäuerung. Führe Kraftfutter deshalb schrittweise ein und achte auf ausreichend Struktur durch Heu oder Stroh.

Hand gefüllt mit Futter vor einem Rind

⚠️ Warnsignale erkennen und richtig handeln

Ein sinkender Milchfettgehalt (unter 3 % bei vielen Tieren), breiiger Kot, Fressunlust oder Lahmheit deuten auf eine Pansenazidose hin. Reagiere früh: Struktur erhöhen, Kraftfutter reduzieren und den Pansen gezielt stabilisieren. Bleiben die Anzeichen bestehen, ziehe deinen Tierarzt hinzu.

Pansen im Gleichgewicht halten

Bei kraftfutterreichen Rationen helfen gezielte Futterzusätze für Rinder, den pH-Wert stabil und die Verdauung ruhig zu halten:

pH-PILL gegen Pansenübersäuerung für Kühe

pH-PILL gegen Pansenübersäuerung

Indestofin Pro Verdauungsöl für Rinder

Indestofin Pro Verdauungsöl

Mineral- und Ergänzungsfutter

Um viel Milch zu geben und rund um die Abkalbung stabil zu bleiben, brauchen Kühe mehr Mineralstoffe, als das Grundfutter liefert. Mineralfutter ergänzt Calcium, Phosphor, Magnesium und Spurenelemente passgenau zur Ration. Besonders kritisch ist die Phase direkt nach der Geburt, in der ein Calciummangel schnell zu Milchfieber führen kann.

Praxis-Tipp: Lass dein Grundfutter analysieren

Bevor du Mineralfutter zukaufst, lohnt sich eine Futtermittelanalyse. Erntezeitpunkt und Konservierung (Heu oder Silage) verändern den Mineralstoffgehalt stark. Kennst du die Werte deines eigenen Futters, dosierst du die Ergänzung punktgenau – das spart Geld und beugt Mängeln vor.

Für die gezielte Versorgung und die Stallapotheke haben sich diese Ergänzungen im Rinderstall bewährt:

Calz-o-Phos Paste mit Calcium und Phosphor

Calz-o-Phos Paste

Agrobac K-POWER Futterzusatz gegen Kälberdurchfall

Agrobac K-POWER gegen Durchfall

So arbeitet der Pansen der Kuh

Die Kuh gehört zu den Wiederkäuern und besitzt vier Mägen. Nur im Unterkiefer sitzen Zähne, oben liegt eine Hornplatte – deshalb wird das Futter grob abgerupft und später beim Wiederkäuen fein zermahlen.

Kalb beim Trinken – Verdauung der Wiederkäuer

Vier Mägen, eine Aufgabe

Im großen Pansen zerlegen Mikroorganismen die Fasern. Der Netzmagen mischt und würgt den Brei zum Wiederkäuen hoch, der Blättermagen entzieht Wasser und im Labmagen verdauen Enzyme schließlich Eiweiße und Fette.

Wasser – das wichtigste „Futter“ überhaupt

Milchkühe trinken im Sommer bis zu 150 Liter am Tag und nehmen in 30 Sekunden bis zu 10 Liter auf. Steht nicht jederzeit sauberes Wasser bereit, sinken Futteraufnahme und Milchleistung sofort. Kontrolliere Tröge und Tränketechnik täglich auf Sauberkeit und Durchfluss.

Fütterung im Sommer und Winter

Im Sommer steht die Weide im Mittelpunkt: frisches Gras deckt einen Großteil des Bedarfs. Weil junges Weidegras energiereich, aber strukturarm ist, gleichst du mit Heu oder Stroh aus. Im Winter übernehmen konserviertes Futter wie Heu und Silage die Rolle des Grundfutters. Vorausschauende Betriebe legen im Sommerhalbjahr Vorräte an, damit die Herde auch in der kalten Jahreszeit gleichmäßig versorgt ist.

Das hält deine Kühe gesund

Das hält die Kuh gesundDarum hilft es
Viel strukturreiches RaufutterRegt das Wiederkäuen an und stabilisiert den Pansen-pH.
Langsame FutterumstellungDie Pansenflora passt sich an – ohne Verdauungsstress.
Bedarfsgerechtes MineralfutterBeugt Milchfieber und Mangelerscheinungen vor.
Ständig frisches WasserSichert Futteraufnahme, Verdauung und Milchleistung.
Saubere Tröge und TränkenVerhindert Keimdruck und Futterverweigerung.

Häufige Fragen zur Kuh-Fütterung

Wie viel frisst eine Kuh pro Tag?

Eine Kuh nimmt in der Regel 50 bis 80 kg Frischmasse täglich auf. Durch das ständige Wiederkäuen verteilt sich das auf viele kleine Mahlzeiten über den ganzen Tag.

Dürfen Kühe Brot oder Küchenreste bekommen?

Besser nicht. Große Mengen Brot wirken wie Kraftfutter und können den Pansen übersäuern. Tierische Speisereste sind für Wiederkäuer ungeeignet und teils rechtlich verboten.

Kann eine Kuh allein von Gras und Heu leben?

Ja, eine solide Milchleistung ist rein mit hochwertigem Grundfutter möglich. Voraussetzung sind beste Futterqualität und eine bedarfsgerechte Mineralstoffergänzung.

Woran erkenne ich, dass die Fütterung passt?

Gute Zeichen sind ruhiges, regelmäßiges Wiederkäuen, fester Kot, stabiler Milchfettgehalt und ein ausgeglichenes Fressverhalten der ganzen Herde.

Wie stelle ich das Futter im Frühjahr auf Weide um?

Schrittweise über ein bis zwei Wochen: erst stundenweise anweiden, Heu weiter anbieten und die Weidezeit langsam verlängern, damit sich der Pansen anpassen kann.

Alles fürs Rinderfutter bei Agrarzone

Von Grundfutter über Kraftfutter bis zu gezielten Zusätzen für einen gesunden Pansen – finde die passende Versorgung für deine Herde.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Bei Anzeichen von Krankheit oder einer Vergiftung/Verletzung wende dich bitte umgehend an einen Tierarzt.

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