Das Fell deines vierbeinigen Freundes ist mehr als nur ein hübsches Äußeres; es erfüllt auch zahlreiche wichtige Funktionen. Es schützt die Haut vor Schmutz und Witterungseinflüssen, hilft dabei, die Körpertemperatur an heißen Tagen zu regulieren und bietet Schutz gegen schädliche UV-Strahlen. Dennoch gibt es Hunderassen, die regelmäßig geschoren oder getrimmt werden müssen. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du das Fell deines Hundes optimal scheren, bürsten oder trimmen kannst.
Wann soll man den Hund scheren?
Beobachte das Fell deines Hundes genau: Handelt es sich um Kurz-, Lang-, Stock-, Well- oder Rauhaar? Besteht es aus einer einzelnen Schicht (Deckhaar) oder handelt es sich um ein mehrschichtiges Hundefell (mit Unterwolle)? Bei Hunden mit mehrschichtigem Fell sollte das Fell regelmäßig getrimmt werden, um Verfilzungen vorzubeugen. Mehr dazu erfährst du weiter unten.
Welche Hunde darf man scheren?
Nicht haarende Hunderassen ohne Unterwolle und mit minimalem Fellwechsel können grundsätzlich geschoren werden. Bei diesen Hunden besteht das Haarkleid ausschließlich aus einer Schicht, dem Deckhaar. Zu diesen Rassen gehören unter anderem:
Insbesondere bei Pudel empfehlen erfahrene Groomer, beim Hunde scheren behutsam vorzugehen, da deren Haut sehr empfindlich ist. Das leichte Sommerfell dieser Rasse bietet zudem Schutz vor hohen Temperaturen und schädlicher UV-Strahlung.

Welche Hunde darf man nicht scheren?
Die Grundregel lautet: Hunde mit Unterwolle und einem natürlichen Fellwechsel sollten nicht geschoren werden. Dazu zählen Rassen wie Golden Retriever, Labrador, Hovawart, Australian Shepherd, Collies, Berner Sennenhund, Neufundländer, Bobtail, Husky, Leonberger sowie Schäferhund.
Vorsicht beim „Sommerhaarschnitt“
Das Scheren von Hunden mit Unterwolle entfernt sowohl das Deckhaar als auch die Unterwolle, während das tote Haar oft stecken bleibt. Nach jeder Hundeschur wird die Unterwolle immer dichter, was dazu führt, dass weniger Luft an die Haut gelangt. Da die Unterwolle schneller wächst als das Deckhaar, kommt es häufig zu einem Wuchern der Unterwolle und einem Verlust des Deckhaares. Das kann zu Verfilzungen und einem stumpfen/matten Fell führen.
Zudem kann eine unsachgemäße Schur das Risiko einer Post-clipping-Alopezie erhöhen, was bedeutet, dass kahle Stellen entstehen oder das Deckhaar unregelmäßig nachwächst. Greife hier lieber zur Fellbürste! Ein ausgiebiges Bürsten des Hundefells entfernt abgestorbene Unterwolle, fördert die Durchblutung und sorgt dafür, dass die Haut gut belüftet wird.
Welche Hunde werden getrimmt?
Zu den Hunderassen, deren Fell getrimmt werden muss, gehören alle mit drahtigem oder sehr dichtem Fell, wie zum Beispiel:
Diese Rassen benötigen das Trimmen, um abgestorbene Haare zu entfernen und das Fell in einem gesunden Zustand zu halten. Das Trimmen fördert nicht nur das Wachstum eines gesunden Fells, sondern verhindert auch Verfilzungen und sorgt dafür, dass die Haut des Hundes gut belüftet bleibt. Wenn du dir unsicher bist, ob dein Hund getrimmt werden muss oder ob eine Schur die bessere Option ist, zögere nicht, deinen Tierarzt oder einen professionellen Hundefriseur um Rat zu fragen.
Wann genügt es, das Fell zu bürsten?
Ob das Bürsten allein ausreicht oder ob das Hunde scheren notwendig ist, hängt sowohl von der Rasse als auch von der Gesundheit deines Hundes ab. Am besten bürstest du das Fell deines Hundes regelmäßig das ganze Jahr über. Durch das Bürsten entfernst du Schmutz, lose Haare, Hautschuppen sowie unerwünschte Insekten und Parasiten wie Flöhe, Zecken und Grasmilben. Ein konsequentes Kämmen hilft, Verfilzungen zu vermeiden und gewährleistet, dass die Haut gut belüftet wird. Darüber hinaus sorgt regelmäßiges Bürsten dafür, dass das Fell gesund, sauber und glänzend bleibt.
Hierbei sind spezielle Unterwollkämme ideal, die helfen, die feinen Haare gründlich auszubürsten. So beugst du dem Risiko von Hautkrankheiten und Entzündungen vor und schützt deinen Liebling vor Überhitzung aufgrund einer dichten Fellschicht. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Bürsten ein unverzichtbarer Teil der Fellpflege ist, der jedoch je nach Rasse und Fellstruktur durch andere Pflegeformen wie Scheren oder Trimmen ergänzt werden sollte.
Hund selber scheren oder lieber zum Hundefriseur?
Die Entscheidung, ob du deinen Hund scheren oder ihn in einen Hundesalon bringen solltest, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zunächst ist es wichtig, das Wohlbefinden deines Hundes zu berücksichtigen. Viele Hunde reagieren beim ersten Besuch im Salon nervös, da sie mit neuen Geräuschen und einer ungewohnten Umgebung konfrontiert werden. Wenn dein Hund dazu neigt, gestresst zu sein, kann es sinnvoll sein, ihn schrittweise an die Schermaschine zu gewöhnen und das Hunde scheren zu Hause durchzuführen.
Ein weiterer Aspekt ist dein Budget. Die Kosten für einen Besuch im Hundesalon können je nach Größe des Hundes und Art der Behandlung variieren. Wenn du regelmäßig scheren musst, kann sich die Anschaffung einer eigenen Schermaschine langfristig als kostengünstiger erweisen.
Die Erfahrung spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Das Hunde scheren erfordert ein gewisses Geschick und Wissen. Fehler beim Scheren können von einer unschönen Frisur bis hin zu Verletzungen führen. Wenn du dir unsicher fühlst, kann ein Fachmann im Hundesalon dir wertvolle Tipps geben und dir helfen, die richtige Technik zu erlernen.
Schließlich ist die Qualität der Werkzeuge entscheidend. Eine hochwertige Hundeschermaschine, die leise ist und über scharfe Klingen verfügt, sorgt dafür, dass der Scherprozess für deinen Hund so angenehm wie möglich verläuft.

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Anleitung: Hunde scheren wie ein Profi
Die richtige Vorbereitung ist das A und O

Bevor du mit dem Scheren beginnst, solltest du deinen Liebling gründlich waschen, um Schmutz und Verfilzungen zu entfernen. Dies erleichtert das Hunde scheren und schont die Klingen der Schermaschine.
Eine hochwertige Schermaschine ist unerlässlich, um gute Ergebnisse zu erzielen und deinem Hund nicht weh zu tun. Achte darauf, dass die Maschine leistungsstark und robust ist, ausreichend Bewegungsfreiheit durch Akkubetrieb oder ein langes Netzkabel bietet und möglichst leise sowie vibrationsarm arbeitet. Verwende immer eine spezielle Hundeschermaschine, da Geräte für Menschen in der Regel nicht genügend Leistung haben und sich die feinen Scherköpfe nicht für dichtes Hundefell eignen. Eine abgerundete Schere sollte ebenfalls bereitliegen, um in empfindlichen Bereichen zu arbeiten.
Übung macht den Meister
Es ist ganz normal, dass dein Hund bei der ersten Schersitzung nervös ist. Um ihm die anfängliche Unsicherheit zu nehmen, ist es wichtig, ihn behutsam und schrittweise an das Hunde scheren heranzuführen. Beginne damit, die Maschine in seiner Nähe laufen zu lassen, damit er sich an die Geräusche gewöhnt. Du kannst ihm immer wieder kleine Belohnungen in Form von Leckerlis oder Streicheleinheiten geben, wenn er einen Schritt in Richtung Scheren meistert.
Nimm dir Zeit und halte die ersten Trainingseinheiten eher kurz. Achte darauf, dass dein Hund in einer bequemen Position ist, denn viele Hunde empfinden es als anstrengend, längere Zeit zu stehen oder zu sitzen. Es ist ideal, wenn er die Möglichkeit hat, seine Position zu wechseln. Außerdem kann es beruhigend für deinen Hund sein, wenn beim ersten Scheren ein Freund oder ein Familienmitglied anwesend ist.

Hund selber scheren: Schritt für Schritt
Empfohlene Felllänge beim Scheren von Hunden
Die Frage, wie viel Fell du beim Scheren deines Hundes abnehmen kannst, hängt von der Rasse und der individuellen Fellstruktur ab. Für die meisten Hunderassen ist eine Länge von etwa neun Millimetern ideal. Wenn du dir unsicher bist, recherchiere die empfohlenen Felllängen für die spezifische Rasse deines Hundes online.
In der Regel solltest du deinen Hund alle drei bis vier Monate scheren, um ein gesundes und gepflegtes Erscheinungsbild zu gewährleisten. Die Verwendung verschiedener Aufsteckkämme für Hundeschermaschinen kann dir helfen, die richtige Länge zu erreichen und die Arbeit zu erleichtern.
Vorsicht an empfindlichen Körperstellen!
Achte besonders auf empfindliche Bereiche wie Augen, Nase, Ohren, Pfoten und Intimbereich. Hier ist es ratsam, eine kleine Schermaschine für Detailarbeiten oder einen entsprechenden Aufsatz zu verwenden. Achte darauf, dass die Tasthaare an der Schnauze nicht abgeschnitten werden, da sie für deinen Hund sehr wichtig sind. Auch die Wimpern sollten unberührt bleiben.
Tipp: Schermaschine ölen
Das Ölen der Klingen sollte regelmäßig erfolgen, um den Schneidsatz in einem möglichst guten Zustand zu erhalten. Idealerweise solltest du alle 5 bis 10 Minuten ein paar Tropfen Öl auf den Schneidsatz auftragen. Dies gewährleistet, dass die Klingen geschmeidig bleiben und ein gleichmäßiges, sauberes Schnittbild liefern. Auch solltest du den Schneidsatz auf jeden Fall nach jeder Schur reinigen und ölen, um sicherzustellen, dass er für den nächsten Einsatz optimal vorbereitet ist.

Wahl Schermaschinen Öl

Wahl Kühlspray

Wahl Aufsteckkamm-Set
Fazit
Das Hunde scheren kann je nach Hunderasse, Fellbeschaffenheit und Gesundheit sinnvoll sein oder auch nicht. Zusammengefasst gilt: Hunderassen ohne Unterwolle können problemlos geschoren werden, während Rassen mit Unterwolle nicht geschoren, sondern regelmäßig gebürstet werden sollten. Rauhhaarrassen hingegen benötigen ein regelmäßiges Trimmen.
Das Scheren sollte immer als letzte Option in Betracht gezogen werden, insbesondere wenn das Fell stark verfilzt ist und andere Pflegemethoden nicht mehr helfen. In der Regel solltest du zuerst mit dem Kamm, der Bürste und einer Schere für die Beine arbeiten.
Wenn du dich entscheidest, die Schur zu Hause durchzuführen, achte darauf, die richtige Ausrüstung zu verwenden und die Schermaschine regelmäßig zu ölen. Gewöhne deinen Hund langsam an die Hundeschermaschine, um eine stressfreie Erfahrung für euch beide zu gewährleisten. Bei Unsicherheiten empfehle ich dir, einen Hundefriseur oder den Tierarzt deines Vertrauens um Rat zu fragen.





