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Der perfekte Hühnerzaun: Alles zur Länge, Höhe, Maschenweite & Co.
// KATHARINA

Hast du dich entschieden, Hühner zu halten? Dann ist es wichtig, ihnen einen sicheren und artgerechten Lebensraum zu bieten. Dazu gehört nicht nur der Hühnerstall, sondern auch ein geeigneter Hühnerzaun. Ein Hühnerzaun, auch Geflügelnetz genannt, ist eine spezielle Umzäunung, die Hühner im Freien schützt, indem sie das Weglaufen und Angriffe von Fressfeinden verhindert. Diese Zäune sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich, von mobilen Netzen bis hin zu stabilen, festen Varianten. In diesem Artikel erfährst du alles, was du über den richtigen Zaun für Hühner wissen musst, um deine gefiederten Freunde glücklich und sicher zu halten.
- Was sind die Vorteile eines Hühnerzauns?
- Welche Hühnerzäune gibt es?
- Wie hoch muss ein Hühnerzaun sein?
- Welche Länge muss ein Hühnerzaun haben?
- Wie tief muss ein Hühnerzaun eingegraben werden?
- Welche Maschenweite ist für den Hühnerzaun ideal?
- Pfosten für den Hühnerzaun
- Das solltest du beim Aufbau des Hühnerzauns beachten
- Fazit
- FAQ
Was sind die Vorteile eines Hühnerzauns?
Ein Hühnerzaun ist nicht nur eine praktische Lösung, sondern spielt eine entscheidende Rolle für die Sicherheit deiner Hühner. Hier sind die wichtigsten Gründe, warum ein Hühnerzaun unerlässlich ist:
Welche Hühnerzäune gibt es?
Geflügelnetz
Geflügelnetze sind die beliebteste Option Hühner schnell und einfach einzuzäunen. Sie sind leicht, mobil und schnell aufzubauen. Diese Zäune sind in der Regel aus Kunststoff oder Draht gefertigt und können sowohl elektrisch als auch nicht elektrisch sein. Sie eignen sich hervorragend für temporäre Ausläufe oder wenn du häufig den Standort wechseln möchtest.
Maschendrahtzaun
Maschendrahtzäune sind stabil und langlebig. Diese Art von Zaun bietet einen effektiven Schutz gegen Raubtiere und ist ideal für dauerhafte Installationen. Maschendrahtzäune sind in verschiedenen Stärken und Maschenweiten erhältlich, sodass du je nach Hühnerart und Umgebung die passende Variante wählen kannst. Achte darauf, dass der Zaun kratzsicher und „pickfest“ ist, da Hühner neugierig sind und über kräftige Schnäbel sowie scharfe Krallen verfügen.
Stabmattenzaun
Stabmattenzäune sind sehr robust und bieten einen hohen Sicherheitsstandard. Sie bestehen aus vertikalen und horizontalen Stäben und sind ideal für eine feste Installation. Diese Zäune sind besonders langlebig und schützen deine Hühner effektiv vor Fressfeinden. Allerdings sind sie weniger flexibel als Geflügelnetze und die Montage ist aufwendiger.
Holzzaun
Holz ist ein klassisches Material für Zäune und kann harmonisch in deinen Garten integriert werden. Ein Holzzaun ist jedoch anfällig für Verfall, besonders bei Nässe. Um die Lebensdauer zu verlängern, solltest du das Holz regelmäßig mit speziellen Holzschutzmitteln behandeln. Der Bau eines festen Weidezauns mit Pfählen aus Holz oder Metall kann zeit- und kostenintensiv sein und ist nicht mobil. Wenn du auch Küken hältst, musst du den Holzzaun zusätzlich mit Maschendraht verstärken, damit die Kleinen nicht durch die schmalen Lücken zwischen den Latten entkommen.
Elektrozaun
Ein elektrischer Hühnerzaun kann eine effektive Lösung sein, um sowohl Hühner im Zaun zu halten als auch Fressfeinde abzuschrecken. Diese Zäune geben einen ungefährlichen Stromschlag ab, der Raubtiere fernhält. Sie sind besonders nützlich, wenn du in einem Gebiet lebst, in dem viele Fressfeinde vorkommen.

Geflügelnetz ohne Strom grün

Geflügelnetz mit Strom grün

Geflügelnetz mit Strom orange
Wie hoch muss ein Hühnerzaun sein?
Die optimale Höhe hängt von der Rasse deiner Hühner ab und kann nicht pauschal festgelegt werden. Generell gilt, dass schwerere Rassen weniger flugfreudig sind, während leichtere Rassen oft höher fliegen können. Hier sind einige Empfehlungen zur Zaunhöhe:
Wenn du dir unsicher bist, wie hoch die Rasse deiner Hühner fliegt, ist es ratsam, einen Geflügelzaun von etwa 1,80 Metern zu wählen. Diese Höhe bietet für die meisten Rassen ausreichend Schutz, denn selbst die flugfähigsten Hühner überfliegen selten einen Zaun in dieser Höhe.
Wann ist eine Überdachung des Hühnerzauns sinnvoll?
Eine Überdachung ist wichtig für schreckhafte und flugfreudige Rassen wie Zwerghühner (Bantam, Brakelhühner), Altsteirer und Ostfriesische Möwen. Sie schützt auch federfüßige Rassen und Haubenhühner vor Schmutz und Krankheiten und bietet zusätzlichen Schutz vor Raubvögeln wie Habicht und Bussard.
Was kann man tun, damit Hühner nicht über den Zaun fliegen?
Um zu verhindern, dass Hühner den Zaun überfliegen, kannst du zwei Drähte etwa 10 cm über dem Weidezaun spannen, um hochfliegende Rassen daran zu hindern, ihn zu überqueren. Eine weitere Methode ist das Anpflanzen von schnell wachsenden Gewächsen wie Weiden vor dem Zaun, die diesen verdecken und die Hühner davon abhalten. Das Stutzen der Flügel sollte nur als letzter Ausweg in Betracht gezogen werden, da es in Gefahrensituationen die Fluchtmöglichkeiten der Hühner einschränken kann. Überlege daher, ob es nicht besser ist, einen höheren Hühnerzaun zu installieren.

Welche Länge muss ein Hühnerzaun haben?
Die Länge des Hühnerzauns hängt von der Anzahl der Hühner sowie dem gewünschten Platz für ihren Auslauf ab. Es wird empfohlen, pro Huhn mindestens 5 Quadratmeter Auslauf einzuplanen.
Um die benötigte Zaunlänge zu berechnen, multipliziere die Anzahl der Hühner mit der empfohlenen Fläche von 5 m² pro Huhn. Beispielsweise benötigst du für 10 Hühner eine Fläche von 50 m² (10 Hühner x 5 m²).
Anhand dieser Fläche kannst du nun ermitteln, wie lang das Geflügelnetz sein muss. Wenn dein Areal 50 Quadratmeter groß ist und du zum Beispiel die Seitenlängen von 10 m x 5 m wählst, rechnest du die Kantenlängen aller Seiten zusammen. In diesem Fall benötigst du also 2 x 10 Meter + 2 x 5 Meter, was insgesamt 30 Meter Zaun ergibt.
Meine Empfehlung:
| Anzahl der Hühner | Fläche Auslauf |
| 5 Hühner | 25 m² |
| 10 Hühner | 50 m² |
| 15 Hühner | 75 m² |
| 20 Hühner | 100 m² |
| 30 Hühner | 150 m² |
Die Standardlängen von Hühnerzäunen liegen häufig bei 25, 50 oder 100 Metern. Überlege dir also im Voraus, wie viel Zaun du benötigst, um eine Überversorgung oder einen Mangel zu vermeiden.
Wie tief muss ein Hühnerzaun eingegraben werden?
Um einen effektiven Schutz zu gewährleisten, wird empfohlen, den Zaun mindestens 80 cm tief in den Boden zu vergraben. Diese Tiefe ist notwendig, da viele Raubtiere in der Lage sind, tief zu graben, um an ihre Beute zu gelangen.
Falls das Eingraben des Hühnerzauns nicht möglich ist, kannst du auch einen anderen Ansatz in Betracht ziehen. Eine Möglichkeit ist, ein Drahtgeflecht in einem 90-Grad-Winkel nach außen zu verlegen. Dies erschwert den Tieren das Graben unter dem Zaun. Um den Hühnerzaun weiter zu verstärken, kannst du auch einen kleinmaschigen Draht an der Unterseite anbringen. Dies verhindert, dass Küken oder kleine Rassen durch den Zaun schlüpfen.
Überprüfe regelmäßig den Zaun für Hühner und den Boden rund um den Zaun auf Anzeichen von Graben oder Versuchen, den Zaun zu überwinden. So kannst du rechtzeitig reagieren und sicherstellen, dass deine Hühner geschützt bleiben.
Welche Maschenweite ist für den Hühnerzaun ideal?
Wenn du Küken oder kleine Hühnerrassen hältst, solltest du eine Maschenweite von maximal 5 x 5 cm wählen. Dies verhindert, dass die kleinen Vögel durch den Zaun schlüpfen und sich in Gefahr bringen.
Für größere und schwerere Rassen kann eine Maschenweite von bis zu 10 x 10 cm in Ordnung sein, solange der Zaun stabil und gut installiert ist. Du solltest darauf achten, dass die Maschen nicht zu groß sind. Außerdem ist es wichtig, dass die Maschen aus einem wetterfesten Material bestehen, das gegen Rost und Verfall resistent ist.
Pfosten für den Hühnerzaun
Für das Geflügelnetz genügen in der Regel einfache Kunststoff– oder Metallspieße, die in den Boden gesteckt werden, um das Netz zu befestigen. Diese Lösung ist praktisch und schnell umzusetzen.
Wenn du jedoch einen elektrischen Weidezaun planst, solltest du in jedem Fall auf Pfosten aus Kunststoff zurückgreifen, da diese keinen Strom leiten.
Für stabilere Zäune wie Volierendraht oder Maschendraht benötigst du robustere Pfosten, da diese Materialien schwerer sind. Diese Pfosten sollten fest im Boden verankert werden, um einen sicheren Schutz zu gewährleisten.
Für Stabmattenzäune gibt es spezielle Pfosten, die eine einfache Befestigung ermöglichen. Eine feste Installation ist wichtig, daher sollten die Pfosten im Boden einbetoniert werden. Achte darauf, dass die spitzen Enden der Zaunfelder nach unten zeigen, um Verletzungsrisiken zu vermeiden.

Das solltest du beim Aufbau des Hühnerzauns beachten
Zunächst musst du unterscheiden, ob du einen Stromzaun oder einen herkömmlichen Geflügelzaun verwenden möchtest.
Aufbau eines Geflügelnetzes ohne Strom
Wenn du ein Geflügelnetz verwendest, sind die meisten Modelle bereits mit Standpfählen ausgestattet, die oft aus Kunststoff bestehen. Beginne damit, den ersten Pfahl in den Boden zu stecken. Ziehe dann das Netz bis zum nächsten Pfahl auseinander und stecke diesen ebenfalls in den Boden. Wiederhole diesen Vorgang, bis alle Pfähle im Boden verankert sind und der Zaun für deine Hühner steht. Achte darauf, dass der Anfang und das Ende des Netzes sich berühren, um Durchschlupflöcher zu vermeiden.
Überprüfe abschließend, ob das Netz stabil genug ist. Falls nötig, kannst du zusätzliche Pfähle zwischen den bereits stehenden Pfosten platzieren und in den Ecken, um die Stabilität und Sicherheit zu erhöhen.
Aufbau eines Geflügelnetzes mit Strom
Wenn du sicherstellen möchtest, dass deine Tiere nicht aus ihrem begrenzten Auslauf entkommen und gleichzeitig vor Fressfeinden wie Füchsen und Mardern geschützt sind, ist ein stromführendes Geflügelnetz eine ausgezeichnete Wahl.
Ein Weidezaungerät versorgt den Hühnerzaun mit Strom und sorgt dafür, dass die Hühner im umzäunten Bereich bleiben. Diese Geräte beziehen ihren Strom entweder direkt aus der Steckdose, einem Akku, Batterie oder Solar. Die abschreckende Wirkung der ungefährlichen Stromschläge verhindert, dass die Vögel das umzäunte Gelände verlassen und hält Fressfeinde fern. Wenn ein Fuchs oder ein Marder von einem elektrischen Schlag überrascht wird, lernen sie, Abstand zu halten.
Der Aufbau erfolgt ähnlich wie beim Netz ohne Strom. Nachdem du die Pfähle gesetzt hast, schließe das Weidezaungerät, an. Achte darauf, ein leistungsstarkes Weidezaungerät zu wählen, da die Leistung mit der Länge des Geflügelnetzes steigen sollte.
Wichtig ist, dass die stromführende Litze des Netzes nicht den Boden berührt. Gräser oder Äste dürfen nicht mit dem Netz in Kontakt kommen, da dies zu einer Erdung führt, die den gewünschten Effekt des Stroms verringert.
Zusätzliche Verankerung und Schutzmaßnahmen
Hühner sind sehr clever und können versuchen, unter dem Hühnerzaun hindurchzugraben, wenn sie nicht darüber fliegen können. Daher ist es ratsam, das Geflügelnetz zum Boden hin zusätzlich abzusichern. Verwende Erdhaken (auch „Heringe“ genannt) und stecke diese im Abstand von maximal 30 Zentimetern in den Boden, um Durchschlupfmöglichkeiten zu verhindern.
Wenn du eine kleine Voliere errichtest, kannst du auch ein leichtes Geflügelnetz über den Hühnerzaun legen, um weiteren Schutz zu bieten. Bei größeren Arealen ist dies jedoch weniger empfehlenswert, da das aufliegende Netz nicht den nötigen Halt hätte und durchhängen könnte.
Fazit
Mit dem richtigen Hühnerzaun kannst du das Freilaufen deiner Hühner sicher kontrollieren und sie vor gefährlichen Fressfeinden wie Füchsen, Mardern und anderen Raubtieren schützen. Hier nochmal zusammengefasst die wichtigsten Punkte, die es beim Hühnerzaun Kauf zu beachten gilt:
Mit diesen Überlegungen und einer sorgfältigen Planung kannst du einen Zaun für Hühner errichten, der nicht nur funktional, sondern auch sicher ist.




